Heizzentrale Lungern

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Heizzentrale Lungern


Standort: Lungern
Bauaufgabe: Neubau Heizzentrale Lungern / Wärmeverbund
Projektstand: Ausführung 2008-10
Raumprogramm: Heizzentrale für Holzschnitzel und Holzspäne
Bauherrschaft: Elektrizitätswerk Obwalden, Kerns
Bauleitung: Architekturenergie, Sarnen
Bauingenieur: Ingenieurbüro Bucher + Dillier, Luzern
HLKS: Ingenieurbüro Peter Berchtold, Sarnen
Elektro: Elektrizitätswerk Obwalden, Kerns
Fotografie: Beat Bühler, Zürich
Baukosten: 3.5 Mio Fr.

Mitarbeit: Adrian BergerErika FriesLukas Huggenberger, Tabitha Pirovino (Projektleitung)


Publikationen:
* De aedibus, huggenbergerfries: Monografie über Arbeiten von 1998-2015, Quart Verlag, Luzern
* Heizzentrale Lungern, In: Architekturführer Schweiz, Callwey 2015
Die Energie des Holzes, In: Archithese, Swiss Performance 11, 01/2011

 

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Heizzentrale Lungern


Das Elektrizitätswerk Obwalden beschliesst 2006 einen Wärmeverbund in Lungern zu realisieren. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für die neue Heizzentrale ergibt sich der Ort zwischen dem Forstwerkhof und einer Holzbaufirma, da so die Synergien der unmittelbaren Nachbarschaft genutzt werden können, da so auf kürzestem Weg die anfallenden Holzabfälle der benachbarten Werkareale in der neuen Heizzentrale verwertet werden können.
Die Nutzungsanordnung der verschiedenen Elemente der Heizzentrale generiert die Grösse des Gebäudes. Die neue Heizzentrale wird zum verbindenden Element zwischen dem Areal der Holzbaufirma und dem etwa sechs Meter höher Forstwerkhofareales. Die einzelnen Elemente der Heizzentrale sind funktional linear angeordnet und die bestehende Topografie kann für das Befüllen des Silos von oben ausgenutzt werden. Der Filter mit seinem einundzwanzig Meter hohen Kamin wirkt als Zeichen für die neue Heizzentrale. Die übrigen Nutzungen sind unter dem Vorplatz des Forstgebäudes integriert und sind nur als Fassade vom unteren Niveau wahrnehmbar. Die Wahl der Materialien ist ein Abbild der funktionalen Gegebenheiten. Beton wird dort eingesetzt, wo es die statischen Anforderungen bedingen, Holz an der Fassade sucht die Verbindung zum nahen Wald und zum eigentlichen Inhalt der Heizzentrale. Der Grad der Offenheit der Fassadenverkleidung steht in Abhängigkeit der Nutzung. Beim Filter wo Frischluft benötigt wird ist die Fassadenkonstruktion offener gestaltet. Beim Silo wird die Fassade geschlossener. Zudem wird über das leichte Ausdrehen der Lattung eine horizontale Gliederung in Sockel-, Mittel- und Dachbereich erreicht.
Die schiefwinklige Geometrie der Heizzentrale löst einerseits die räumlichen Bedürfnisse auf möglichst kleinem Raum, andererseits lässt sie das Gebäude aus jedem Blickwinkel anders aussehen. Dies steigert die Dramaturgie der Setzung und der volumetrischen Ausgestaltung.