Umbau Verwaltungsgebäude Kollerhof, Zürich

koll02

Umbau Verwaltungsgebäude Kollerhof, Zürich


Standort:  Hohlstrasse 35, Zürich
Bauaufgabe:  Umbau denkmalgeschütztes Verwaltungsgebäude zu Kreisgebäude 4
Projektstand:  Wettbewerb 2005, 1. Preis, Ausführung 2005-06
Raumprogramm:  Personenmeldeamt, Betreibungsamt, Friedensrichteramt, Kreisschulpflege
Bauherrschaft:  Amt für Hochbauten der Stadt Zürich
Bauingenieur:  Andrin Urech+Partner, Zürich
HLKS:  Luginbühl & Partner AG, Zürich
Elektro:  Basler & Hofmann AG, Zürich
Bauphysik:  Bernard Braune Dipl. Phys. ETH, Binz
Fotografie:  Beat Bühler, Zürich
Baukosten:  6.0 Mio Fr.

Mitarbeit: Adrian BergerLukas Huggenberger, Peter Reichenbach, Claudia Ledermann, Bettina Scheid

Publikationen:
* Blick in die Nachbarschaft. In: Kunst und Architektur im Dialog, Edition hochparterre, Herausgeber Roderick Hönig und Stadt Zürich, Amt für Hochbauten, 2013

koll06
koll04
koll05
kollsituation
kollOG1
kollOG3

Umbau Verwaltungsgebäude Kollerhof, Zürich


Das Geschäftshaus an der Hohlstrasse wurde 1931 von Hermann Weideli erbaut. Der Kollerhof ist ein Zeugnis des neuen Bauens in Zürich, welches sich in dieser Zeit vor allem in der Grosstadtarchitektur an der Sihlporte niedergeschlagen hat. Nach den Gebäuden an der Nüschelerstrasse erbaut, ist dieses Haus das radikalste im Schaffen Herman Weidelis.
Der architektonische Ausdruck ist geprägt vom Wechselspiel zwischen den gerundeten Horizontalen, welche die Stromlinienform des Gebäudes betonen und den kantigen Vertikalen, die Ausdruck der statischen Struktur sind. Dieses Prinzip soll im Ausbau gestärkt werden. Spezielles Merkmal des Gebäudes ist die Position des Treppenhauses in der Rundung gegen die Hohlstrasse. So wird die Gebäudemitte über den Hof belichtet. Dadurch ergibt sich eine sehr gut nutzbare zentrale Zone. Die Grundstruktur wird so gewählt, dass die Qualitäten des Gebäudes zum Tragen kommen und keine strukturellen Eingriffe gemacht werden müssen. Die markante Tragstruktur in Stahlbeton wird frei gespielt. Die gerundeten Innenwände kontrastieren die kantige Struktur und führen das Licht weit in die Gangbereiche herein. Das Farbkonzept unterstützt die Formqualität dieser Körper und erzeugt so eine vielfältige Raumwirkung.
Das Geschäftshaus wird zum Kreisbüro umgestaltet. Das Kreisbüro präsentiert sich als offene, transparente Institution. Ein Randfries stärkt die Raumwirkung und scheidet vor den Schaltern eine Diskretionszone aus. Die Wartezone zu den Schaltern des Kreisbüros ist so angeordnet, dass sie von jedem Schalterarbeitsplatz übersichtlich eingesehen werden kann. Arbeitsplätze für die Kunden sind am Fenster zum Hof angeordnet. Die Schalterarbeitsplätze sind so angeordnet, dass mit dem Möbelprogramm der Stadt Zürich gearbeitet werden kann.
Struktur und Ausdruck des Bestandes sind Anlass, um dem Haus eine neue zeitgemässe Gestaltung zu verleihen, ohne das Haus seiner Geschichte zu berauben.